Wie gestaltet man ein Kondolenzbuch für die Trauerfeier?
Ein Kondolenzbuch für die Trauerfeier ist ein Buch, das am Eingang ausliegt und in das die Gäste ihren Namen und ein paar Zeilen schreiben. Zum Gestalten brauchen Sie drei Dinge: ein Buch, das flach aufliegt, eine erste Seite mit Namen und Datum, und einen ruhigen Platz mit zwei guten Stiften.
Alles Weitere ist eine Frage von Geschmack und Zeit. Und Zeit ist in diesen Tagen knapp. Deshalb steht hier zuerst, was wirklich gebraucht wird, und danach das, was schön ist, wenn Sie noch Kraft dafür haben.
Kondolenzbuch, Kondolenzliste, Trauertagebuch – was ist was?
Die drei Begriffe werden oft durcheinandergebracht, und das führt am Tag selbst zu Missverständnissen.
- Die Kondolenzliste ist eine Namensliste, meist vom Bestattungsinstitut vorbereitet. Sie dient dazu, später zu wissen, wem Sie eine Danksagung schicken. Oft nur Name und Adresse, mehr nicht.
- Das Kondolenzbuch ist mehr als eine Liste. Viele Hände schreiben hinein, an einem einzigen Tag. Es gehört danach den Angehörigen und sagt ihnen später, wer da war und was diese Menschen mit dem Verstorbenen verbunden hat.
- Das Trauertagebuch schreibt eine einzige Person, über Wochen und Monate, und niemand liest mit. Es hat mit der Trauerfeier nichts zu tun.
Wenn Sie mit dem Bestatter sprechen, sagen Sie am besten deutlich, was Sie möchten: nur eine Liste für die Danksagungen, oder ein Buch, in das Menschen wirklich etwas hineinschreiben. Das sind zwei verschiedene Dinge, und viele Häuser legen standardmäßig nur die Liste aus.
Welches Buch: Format, Papier, Bindung
Ein Kondolenzbuch wird im Stehen beschrieben, oft mit Mantel über dem Arm. Das entscheidet fast alles.
- Es muss flach aufliegen. Ein Buch, das sich immer wieder zuklappt, wird zum Ärgernis. Fadenbindung oder Ringbindung, kein festverleimter Rücken.
- Querformat schreibt sich leichter als Hochformat, weil die Zeilen kürzer sind und niemand vor einer halben leeren Seite steht. A4 quer oder A5 quer hat sich bewährt.
- Blanko oder ganz leicht liniert. Ältere Gäste schreiben mit Linien sicherer. Wer zeichnen möchte, braucht sie nicht. Ein Kompromiss: die eine Hälfte liniert, die andere frei.
- Papier ab etwa 100 g. Dünneres Papier drückt durch, sobald jemand mit Füller oder Filzstift schreibt, und dann ist die Rückseite unbrauchbar.
- Seitenzahl großzügig wählen. Rechnen Sie mit einer halben bis einer ganzen Seite pro Eintrag. Bei achtzig erwarteten Gästen sind vierzig bis sechzig beschreibbare Seiten realistisch. Leere Seiten am Ende stören niemanden, fehlende Seiten schon.
- Ein Einband, der zum Menschen passt. Leinen, Leder, schlichtes Grau – oder eben nicht schlicht, wenn er oder sie nie schlicht war. Es gibt keinen vorgeschriebenen Ton.
Ein fertig gebundenes Buch aus dem Schreibwarenladen tut es genauso wie ein gestaltetes. Wenn Sie ein Foto auf dem Umschlag möchten, prüfen Sie nur, ob es rechtzeitig da ist. Zwischen Todestag und Trauerfeier liegen meist keine zwei Wochen.
Die erste Seite: was hineingehört
Die erste Seite wird nicht von den Gästen beschrieben. Sie gibt dem Buch seinen Rahmen, und sie ist das, was Sie Jahre später zuerst sehen.
- Der Name, so wie ihn alle benutzt haben – nicht unbedingt der Name aus dem Ausweis.
- Geburtsdatum und Sterbedatum, oder nur die Jahreszahlen.
- Ort und Datum der Trauerfeier.
- Ein Foto, wenn Sie eines mögen. Lieber ein alltägliches als ein feierliches.
- Ein Satz, der erklärt, was das Buch ist. Zum Beispiel: „Bitte schreiben Sie uns, woran Sie denken, wenn Sie an ihn denken.“ Zwei Zeilen genügen und ersparen jedem Gast die Frage, was hier eigentlich erwartet wird.
Ein Gedicht auf der ersten Seite ist erlaubt, aber nicht nötig. Wenn Ihnen keines einfällt, das wirklich passt, lassen Sie es weg. Ein fremder Trauervers wirkt oft leerer als eine leere Zeile.
Lassen Sie die zweite Seite frei. Viele Familien schreiben dort selbst etwas hinein – manchmal erst Monate später, wenn die Worte da sind.
Ein paar Fragen neben das Buch legen
Das ist der Unterschied zwischen einem Buch voller Namen und einem Buch voller Menschen. Wer vor einer leeren Seite steht, während hinter ihm schon jemand wartet, schreibt „In stillem Gedenken“ und geht weiter. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil in diesem Moment nichts anderes kommt.
Legen Sie deshalb eine kleine Karte neben das Buch, mit drei oder vier Fragen. Zum Beispiel:
- Wo haben wir uns kennengelernt?
- Wann habe ich ihn zuletzt lachen sehen?
- Was hat sie mir beigebracht, ohne es zu merken?
- Welche Geschichte erzähle ich über sie am häufigsten?
- Wofür möchte ich mich bedanken?
Mehr als vier Fragen wirken wie eine Aufgabe. Und schreiben Sie dazu, dass ein Name allein auch genügt. Manche Menschen können an diesem Tag nicht schreiben, und das darf so sein.
Am Tag selbst: wo das Buch liegt und wer sich darum kümmert
- Ein eigener Tisch, nicht der Durchgang. Wenn das Buch dort liegt, wo alle vorbeidrängen, schreibt niemand mehr als drei Wörter. Eine ruhige Ecke seitlich vom Eingang ist besser.
- Zwei oder drei Stifte, die sicher funktionieren. Dokumentenechte Kugelschreiber oder Gelstifte. Keine Filzstifte, die durchschlagen. Testen Sie sie am Morgen – ein Stift, der nicht schreibt, kostet Sie Einträge.
- Jemand, der zuständig ist. Am besten nicht die engsten Angehörigen. Eine Nachbarin, ein Kollege, ein Cousin. Diese Person weist freundlich auf das Buch hin, legt einen neuen Stift hin und nimmt es am Ende an sich.
- Lose Karten daneben. Manche möchten etwas Persönliches schreiben, aber nicht dort, wo es der Nächste liest. Eingelegte Karten lösen das, und sie lassen sich später einkleben.
- Beim Trauerkaffee weiterlegen. Nach der Feier ist mehr Zeit und mehr Ruhe. Viele Bücher füllen sich erst dort richtig.
- Klären, wer es mitnimmt. Es klingt banal, aber Kondolenzbücher bleiben erstaunlich oft im Gemeindesaal liegen. Sagen Sie vorher laut, wer es am Abend nach Hause bringt.
Wenn nur wenige hineinschreiben
Das kommt vor, und es sagt nichts über den Menschen aus, um den es geht. Bei einer Feier im engsten Kreis sind es manchmal zwölf Einträge. Bei sehr alten Verstorbenen sind viele, die schreiben könnten, selbst nicht mehr da.
Sie können das Buch danach ruhig noch offen lassen. Legen Sie es bei der nächsten Zusammenkunft wieder aus, oder schicken Sie einzelnen Menschen eine Seite per Post, die Sie später einheften. Es gibt keinen Stichtag, an dem ein Kondolenzbuch fertig sein muss.
Nach der Trauerfeier
Lesen Sie es, wann Sie so weit sind. Manche schlagen es noch am selben Abend auf, andere stellen es ein halbes Jahr ins Regal. Beides ist in Ordnung. Wenn Sie es lesen, tun Sie es lieber nicht zwischen Tür und Angel – es steht mehr darin, als man beim Überfliegen sieht.
Praktisch: trocken lagern, nicht im Keller, nicht in der Sonne. Wer möchte, scannt die Seiten und legt die Dateien zu den Fotos. Handschriften verblassen, und die von Menschen, die selbst schon alt sind, sind irgendwann nicht mehr nachzubekommen.
Das Kondolenzbuch gehört allen, die hineingeschrieben haben. Es zeigt Ihnen, wer da war. Was es nicht kann: die Monate danach begleiten, in denen niemand mehr fragt. Manche legen sich dafür später etwas Eigenes an – ein Trauertagebuch, in das nur eine Person schreibt. Das ist kein Ersatz und keine nächste Stufe. Es ist nur ein anderer Ort zum Aufbewahren, einer ohne Gäste.
Häufige Fragen zum Kondolenzbuch
Was schreibt man in ein Kondolenzbuch?
Am besten etwas Konkretes: eine Erinnerung, einen Satz, den der Verstorbene oft gesagt hat, den Ort, an dem Sie sich kennengelernt haben. Zwei bis vier Zeilen genügen völlig. Wenn Ihnen nichts einfällt, schreiben Sie Ihren Namen und woher Sie ihn oder sie kannten – auch das ist für die Familie wertvoll.
Wer besorgt das Kondolenzbuch – die Familie oder das Bestattungsinstitut?
Beides ist üblich. Viele Bestattungsinstitute legen ein schlichtes Buch oder eine Kondolenzliste dazu, ohne dass Sie danach fragen müssen. Wenn Sie ein bestimmtes Buch möchten, sagen Sie früh Bescheid und bringen Sie es selbst mit.
Wie viele Seiten sollte ein Kondolenzbuch haben?
Rechnen Sie mit einer halben bis einer ganzen Seite pro Gast. Bei achtzig erwarteten Gästen reichen vierzig bis sechzig beschreibbare Seiten gut aus. Nehmen Sie im Zweifel das dickere Buch – leere Seiten stören später niemanden.
Ist ein Kondolenzbuch dasselbe wie ein Erinnerungsbuch?
Nein. In ein Kondolenzbuch schreiben die Gäste einer Trauerfeier, meist an einem einzigen Tag. Ein Erinnerungsbuch legt die Familie über längere Zeit selbst an, mit Fotos, Dokumenten und eigenen Notizen. Die beiden lassen sich gut nebeneinander führen.
Was macht man mit dem Kondolenzbuch nach der Beerdigung?
Es bleibt bei den nächsten Angehörigen. Viele nutzen es für die Danksagungen, weil darin steht, wer gekommen ist. Danach wird es meist zu den Fotoalben gestellt und an Geburts- oder Todestagen wieder hervorgeholt.